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Gemeindeversammlung vom 26. November 2026

Budget 2027

Genehmigung des Budgets für das Jahr 2027 mit einem Steuerfuss von 115 %.

Erfolgsrechnung

Die Ausgangslage für das Budget 2027 ist angespannt. Die anspruchsvolle Situation aus dem Budgetprozess 2026 setzt sich fort. Das Budget 2027 der Gemeinde Unterkulm weist einen Aufwandüberschuss von Fr. 1‘439‘000 aus. Die Erträge reichen somit nicht aus, um die budgetierten Aufwendungen zu decken. Das Kantonale Steueramt prognostiziert bei den Steuererträgen der natürlichen Personen ein Nullwachstum. Auch das Bevölkerungswachstum fällt im kommenden Jahr gering aus. Gleichzeitig bleibt der Investitionsbedarf hoch.

Die Gemeinde Unterkulm kann mit einem Finanzausgleich von Fr. 2‘059‘000 rechnen. Dieser liegt um Fr. 38‘000 über dem Betrag für 2026, bleibt jedoch um Fr. 288‘000 unter dem Wert von 2025. Der Finanzausgleich setzt sich aus vier Teilbereichen zusammen, wobei der Steuerkraftausgleich den grössten Anteil ausmacht. Der Steuerertrag pro Kopf liegt in Unterkulm um Fr. 948 unter dem kantonalen Mittelwert. Bei aktuell 3‘812 Einwohnerinnen und Einwohnern entspricht dies einer Differenz von über 3.6 Mio. Franken. Davon werden durch den Finanzausgleich lediglich 30 % ausgeglichen. Die verbleibenden 70 % verdeutlichen die unterdurchschnittliche Steuerkraft und den begrenzten finanziellen Handlungsspielraum der Gemeinde.

Bei unveränderten Rahmenbedingungen war leider auch für das Budget 2027 ein negatives Ergebnis zu erwarten. Neben den bereits im Vorjahr genannten Belastungen durch geringere Schulgelderträge und einen tieferen Finanzausgleich kommen die stagnierenden Steuererträge hinzu. Gleichzeitig bleibt der Investitionsbedarf hoch. Die daraus entstehenden höheren Abschreibungen belasten die Erfolgsrechnung zusätzlich. Die von der Gemeinde zu tragenden Restkosten für Sonderschulung, Heime und Werkstätten steigen auf einen Höchststand von 1.12 Millionen Franken.

Dreistufige Erfolgsrechnung Einwohnergemeinde

Das Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit weist einen Verlust von Fr. 2‘852‘145 aus. Es zeigt Aufwand und Ertrag der hoheitlichen Tätigkeit aus steuerfinanzierten Leistungen. Dies sind die Aufwendungen und Erträge sämtlicher Verwaltungsabteilungen sowie die Erträge aus Steuereinnahmen von Fr. 8‘330‘000 und aus Finanzausgleich und Feinausgleich von Fr. 2‘153‘000. Gemäss Berechnung des Finanzausgleichs liegt der Normsteuerertrag pro Kopf in der Gemeinde Unterkulm bei Fr. 2‘103 (Vorjahr Fr. 2‘077), was 68.9 % (Vorjahr 69.5 %) des kantonalen Mittelwertes von Fr. 3‘051 (Vorjahr Fr. 2‘987) entspricht.

Das Ergebnis aus Finanzierung von Fr. 933‘345 setzt sich aus den Aufwendungen und Erträgen der Liegenschaften sowie aus den Zinsen zusammen. Den grössten Anteil am Ertrag haben die Mietzinseinnahmen der Schulliegenschaften mit Fr. 814‘134. Als operatives Ergebnis wird ein Verlust von Fr. 1‘918‘800 erwartet.

Der Aufwertungsreserve können Fr. 479‘800 entnommen werden. Diese Entnahme wird als ausserordentliches Ergebnis ausgewiesen. Die Aufwertungsreserve steht bis und mit Rechnungsjahr 2038 für Entnahmen zur Kompensation von Mehrabschreibungen infolge Aufwertung zur Verfügung und wird jährlich um Fr. 40‘540 gekürzt. Demzufolge resultiert als Gesamtergebnis der Erfolgsrechnung ein Aufwandüberschuss von Fr. 1‘439‘000. Dieser wird dem Eigenkapital entnommen.

Erläuterungen zu den einzelnen Abteilungen

Entwicklung Nettoaufwand

Allgemeine Verwaltung

Der Nettoaufwand sinkt gegenüber dem Vorjahr um Fr. 22’726 aufgrund wegfallender einmaliger Kosten. Trotzdem verursachen Investitionen in die Datensicherheit sowie den Unterhalt der Software weiterhin sehr hohe Kosten. In den Mehrkosten gegenüber dem Budget 2026 von Fr. 50‘910 sind das Update der Software Innosolv mit Fr. 20‘220 sowie die Netzwerksegmentierung mit Fr. 27‘500 enthalten. Der Gemeindeanteil an das Regionale Steueramt Kulm beträgt Fr. 313‘210 (Vorjahr Fr. 324‘115). Nebst den ordentlichen Unterhaltsarbeiten sind auf der Abteilung Finanzen die Klimageräte und das dazugehörende Aussengerät zu ersetzen, was Kosten von Fr. 16‘500 verursachen wird. Aufgrund des hohen Alters der Geräte ist weder ein Service noch eine Reparatur möglich.

Öffentliche Ordnung und Sicherheit, Verteidigung

Der Nettoaufwand steigt gegenüber dem Vorjahr um Fr. 100‘455. Ein Grund sind stark steigende Kosten bei der Repol aargauSüd aufgrund höherer Personalkosten und des Umzuges ins Businesscenter Menziken. Dadurch steigt der Gemeindeanteil von Fr. 214‘665 auf Fr. 232‘780. Daneben steigen auch die Aufwendungen für die Führung der Amtsvormundschaft von Fr. 320‘000 auf Fr. 350‘000 sowie der Betriebsbeitrag an die Feuerwehr Mittleres Wynental von Fr. 192‘340 auf Fr. 227‘920. Die Mehraufwendungen entstehen bei der Feuerwehr hauptsächlich durch den kompletten Ersatz der Atemschutzgeräte (Fr. 50‘500), da diese ihre Lebensdauer erreicht haben sowie durch den Ersatz von einer Motorspritze und zwei Motorspritzenanhänger (Fr. 60‘520). Vom Regionalen Betreibungsamt darf ein Überschuss von Fr. 79’610 erwartet werden.

Bildung

Der Nettoaufwand steigt gegenüber dem Vorjahr um Fr. 266‘631. Ein Grund sind steigende Schülerzahlen und damit verbunden höhere Besoldungsanteile an den Kanton Aargau, höhere Kosten für Lehrmittel und mit Fr. 698‘500 ein um Fr. 68‘950 höherer Beitrag an die Kreisschule aargauSüd. Auch der Beitrag an die Musikschule Kulm steigt aufgrund höherer Schülerzahlen um Fr. 29‘393 auf Fr. 114‘290. Zusätzlich stehen im Jahr 2027 neben den jährlich anfallenden Unterhaltsarbeiten weitere kostenintensive Arbeiten an den Schulanlagen an. Beispielsweise müssen in der Mehrzweckhalle die Hochzüge der Scheinwerfer (Fr. 65’000), der Bräter in der Küche (Fr. 18’500) und der Bühnenvorhang (Fr. 17’000) ersetzt werden. Hinzu kommen in der Schulanlage Färberacker die Abdeckungen der Radiatoren in der Turnhalle (Fr. 11’000) und der Unterhalt des Zu- und Abluftsystemes (Fr. 11’000) im Schulhaus. Die Kosten für den Liegenschaftsunterhalt belaufen sich damit auf Fr. 228’200 (Vorjahr Fr. 157’500).

Kultur, Sport und Freizeit

Der Nettoaufwand sinkt gegenüber dem Vorjahr um Fr. 23‘095. Hauptgrund ist der um Fr. 21‘355 auf Fr. 181‘800 sinkende Gemeindebeitrag an das Regionale Schwimmbad Mittleres Wynental, nachdem dieser ab dem Jahr 2017 von Fr. 96‘600 bis zum Jahr 2026 auf Fr. 203‘155 gestiegen ist. Dies aufgrund wegfallender Ersatzinvestitionen.

Gesundheit

Der Nettoaufwand steigt um Fr. 149‘920 auf Fr. 971‘300 (Vorjahr um Fr. 167‘680). Die erwarteten Pflegerestkosten stationär werden auf Fr. 600‘000 (Vorjahr Fr. 500‘000) steigen und die ambulanten auf Fr. 140‘000 (Vorjahr Fr. 100‘000). Die Spitex Mittleres Wynental hat den Gemeindeanteil von Fr. 45 auf Fr. 48 pro EinwohnerIn angehoben. Damit steigt der Gemeindeanteil auf Fr. 182‘110 (Vorjahr Fr. 172‘530). Die Präventionskommission wird mit Fr. 1‘930 unterstützt. Für die Zahnkontroll- und Austrittsuntersuchungen der Schulkinder werden wiederum Fr. 13‘000 für Arzthonorare erwartet.

Soziale Sicherheit

Der Nettoaufwand steigt gegenüber dem Vorjahr um Fr. 404’250. Hauptgrund sind die steigenden Fallzahlen in der materiellen Hilfe an Schweizer und Ausländer, wodurch Kosten von 1.3 Mio. Franken erwartet werden. Die Aufwendungen für Schutzsuchende aus der Ukraine und für Asylsuchende aus anderen Ländern sind stabil. Die Beiträge für Asylsuchende werden vollumfänglich durch Dritte (Konto 5730.4260.00) oder den Kanton (Konto 5730.4610.00) zurückerstattet. Diejenigen von Schutzsuchenden werden ab dem Jahr 2027 nur noch zu 50 % durch den Kanton übernommen. Die Aufwendungen werden unverändert bei Fr. 300’000 belassen, die Rückerstattungen verringern sich jedoch um Fr. 50’700. Die Gemeinde hat Restkosten für Sonderschulung, Heime und Werkstätten in der Höhe von Fr. 1’118’200 (Vorjahr Fr. 1‘097‘600) zu übernehmen. Aufgrund von steigenden Fallzahlen und Arbeitsübernahmen von anderen Abteilungen muss das Pensum der Abteilung Soziale Dienste um 50 % aufgestockt werden. Dies verursacht einen um Fr. 65‘500 höheren Personalaufwand. Für die Übernahme von Verlustscheinen aus unbezahlten Krankenkassenprämien müssen weitere Fr. 94‘000 aufgewendet werden.

Verkehr und Nachrichtenübermittlung

Der Nettoaufwand sinkt gegenüber dem Vorjahr um Fr. 90’870. Die Aufwendungen des Technischen Betriebes für den Strassenunterhalt werden anhand der tatsächlich aufgewendeten Stunden verrechnet. Dadurch ergeben sich Abweichungen zum Vorjahr. Die weiteren Positionen bewegen sich im Rahmen der Vorjahre.

Umweltschutz und Raumordnung

Der Nettoaufwand steigt gegenüber dem Vorjahr um Fr. 54‘620. Das Budget der Wasserversorgung weist einen Aufwandüberschuss von Fr. 16‘090 aus. Der Aufwandüberschuss entsteht durch den notwendigen Ersatz der Pumpe im Stufenpumpwerk Steinenberg-Weid (Fr. 23‘000) sowie den Ersatz der UV-Anlagen in den Reservoiren Steinenberg und Rebacher (je Fr. 10‘000). Die Abwasserbeseitigung erwirtschaftet voraussichtlich einen Ertragsüberschuss von Fr. 85‘280 und für die Abfallwirtschaft wird ein kleiner Ertragsüberschuss von Fr. 3‘480.00 erwartet. Für das Label «Energiestadt» steht ein Re-Audit an, wofür Fr. 18‘500 vorgesehen sind. Hinzu kommen Fr. 10‘000 für einen Infoanlass zum Thema Energie. Die Kosten im Bereich Friedhof und Bestattungen wurden an die Vorjahre angepasst und zusätzlich Fr. 25‘000 für die Evaluation des Ersatzes des Friedhofes Juch eingestellt.

Volkswirtschaft

Der Nettoaufwand sinkt auf Fr. 4‘790. Der Unterhalt der Flurwege wird durch zunehmende Starkregenfälle aufwendig bleiben und auch die Bekämpfung von invasiven Neophyten ist weiterhin arbeitsintensiv. Der Gemeindebeitrag an den gemeinsamen Forstbetrieb Gränichen-Unterkulm beträgt unverändert Fr. 17‘600, jedoch darf auch mit einem Überschussanteil von Fr. 8‘800 gerechnet werden. Von der AEW wird eine Konzessionsentschädigung von Fr. 90‘000 erwartet.

Finanzen und Steuern

Der Nettoertrag steigt gegenüber dem Vorjahr um Fr. 790’525. Gemäss Prognose des Kantonalen Steueramtes wird für das Jahr 2027 mit einem Nullwachstum bei den Einkommens- und Vermögenssteuern gerechnet. Zusätzlich ist auch das Bevölkerungswachstum gering. Der Bezug der 3. Etappe der KWC-Überbauung wird erst im Jahr 2028 erwartet. Das Budget 2027 weicht aus diesen Gründen nur leicht vom Vorjahr ab. Die Einkommens- und Vermögenssteuern des Rechnungsjahres sowie der Vorjahre wurden gesamthaft lediglich um Fr.  110‘000 auf 7.52 Mio. Franken angehoben. Die Quellensteuern wurden aufgrund der Jahresrechnung 2025 sowie der aktuellen Hochrechnung auf Fr. 410‘000 (Vorjahr Fr. 310‘000) festgelegt. Das Kantonale Steueramt geht für das Jahr 2027 von einem Wachstum der Aktiensteuern von 2 % gegenüber dem Jahr 2026 aus. Der prognostizierte Rückgang aufgrund der Steuergesetzrevision ist bisher nicht eingetreten. Die Tarifmilderungen der Steuergesetzrevision wurden allerdings bis zum Jahr 2025 gestaffelt eingeführt. Mögliche Auswirkungen können sich noch zeigen. Aus diesem Grund wurde das Jahr 2027 mit Fr. 400‘000 vorsichtig budgetiert. Gegenüber dem Jahr 2026 steigt der Finanzausgleich wieder leicht an. Dies, nachdem er aufgrund der hohen Aktiensteuererträge der Jahre 2023 und 2024 sowie der dazumal rückläufigen Anzahl Personen, welche Sozialhilfe beziehen, gesunken ist. Für das Jahr 2027 wurde der Feinausgleich pro EinwohnerIn auf Fr. 24.35 (Vorjahr Fr. 24.85) festgelegt. Aufgrund des mutmasslichen Bevölkerungswachstums kann mit rund Fr. 94‘000 gerechnet werden.

Investitionsrechnung

Die geplanten Investitionen im Jahr 2027 in der Höhe von Fr. 4’758’540 setzen sich im Wesentlichen wie folgt zusammen:

Sicherheit

Die Feuerwehr schafft zwei Verkehrsfahrzeuge an. Der Gemeindeanteil an den Investitionen von Fr. 186‘000 beträgt Fr. 82‘240.

Bildung

Die Primarschule benötigt mehr Platz. Die Erweiterung der Schulanlage Färberacker wird Kosten von Fr. 5‘475‘000 verursachen, wovon im Jahr 2027 Fr. 3‘075‘000 anfallen werden. Für die Kreisschule aargauSüd wird eine weitere Tranche von Fr. 29‘300 der über fünf Jahre gestaffelten Ausstattung der Lernenden mit digitalen Endgeräten fällig. Die Fassade des Bezirksschulhauses muss dringend saniert werden. Von den voraussichtlichen Kosten von Fr. 400‘000 fallen im Jahr 2027 Fr. 100‘000 an.

Verkehr

Gemäss Investitionsplan des Kantons Aargau werden für die Kantonsstrassen im Jahr 2027 folgende Dekretsbeiträge fällig: Eigentrassierung/Knoten Böhlerstrasse Fr. 150’000; Ausbau/Gehweg Böhlerstrasse West Fr. 530‘000; Ersatz Wynabrücke Böhlerstrasse Fr. 28‘000; Umbau der WSB-Haltestelle in Teufenthal, mit Auswirkungen auf die Kantonsstrasse bis nach Unterkulm, Fr. 20‘000.

An der Gemeindeversammlung vom 25. November 2021 wurde der Kredit für die Erschliessung des Industriegebietes Feldmatte in der Höhe von Brutto Fr. 3‘005‘340, verbunden mit einem einmaligen Beitrag von Fr. 427‘000 an die Gemeinde Teufenthal, genehmigt. Für diese Erschliessung werden im Jahr 2027 voraussichtlich Fr. 1‘265‘000 zur Zahlung fällig und es können Fr. 787‘000 an Erschliessungsbeiträgen erwartet werden. Zudem muss der Belag des Waldeggweges ab der Liegenschaft Einschlagstrasse 9 bis zur Liegenschaft Waldeggweg 10 vollständig ersetzt werden. Dafür wurden Kosten von Fr. 83‘000 veranschlagt. Daneben muss der Fussweg Sonnhalde erneuert werden und für den jährlichen Rahmenkredit für den Strassenunterhalt sind Fr. 60’000 vorgesehen.

Eigenwirtschaftsbetriebe

Wasserversorgung

a) Erfolgsrechnung

Das Budget der Wasserversorgung weist einen Aufwandüberschuss von Fr. 16‘090 (Vorjahr Fr. 74’740) aus. Der Aufwandüberschuss entsteht durch den notwendigen Ersatz der Pumpe im Stufenpumpwerk Steinenberg-Weid (Fr. 23‘000) sowie den Ersatz der UV-Anlagen in den Reservoiren Steinenberg und Rebacher (je Fr. 10‘000).

Die zuverlässige Versorgung der Einwohnerinnen und Einwohner mit einwandfreiem Trinkwasser erfordert den stetigen und professionellen Unterhalt des Leitungsnetzes. Dies verursacht Personal- und Sachaufwendungen in der Höhe von Fr. 547’840. Die Erträge aus dem Wasserverkauf wurden unverändert mit Fr. 1.50/m3 kalkuliert. Zusammen mit der Entschädigung für Hydranten sowie den Erträgen aus Dienstleistungen für Dritte belaufen sich die Einnahmen auf total Fr. 531’750.

Benützungs-Gebühren:

Der Wasserzins wurde für das Jahr 2027 unverändert mit Fr. 1.50/m3 berechnet. Um den geplanten Bau des neuen Grundwasserpumpwerkes finanzieren zu können, ist in naher Zukunft mit einer Preiserhöhung zu rechnen.

b) Investitionsrechnung

An der Gemeindeversammlung vom 25. November 2021 wurde der Kredit von Fr. 495’000 für die Sanierung der Wasserleitung Böhlerstrasse West gutgeheissen. Der Bauabschluss ist im Jahr 2027 geplant. Es werden Baukosten von Fr. 200’000 erwartet.

An der Gemeindeversammlung vom 23. November 2023 wurde der Kredit von Fr. 357’000 für die 2. Etappe der Sanierung der Wasserleitung auf dem Wannenhof genehmigt. Zwischen den Hydranten Nr. 6 und 10 ist der Ersatz der Leitungen auf 625 m Länge vorgesehen. Von den Gesamtkosten fallen im Jahr 2027 Fr. 175’000 an.

Das «Generelle Wasserversorgungsprojekt» sieht verschiedene Massnahmen vor, welche die Versorgung des Gemeindegebietes mit Trinkwasser sicherstellen. Es bezeichnet die notwendigen Leitungen und Anlagen und zeigt die dafür benötigten finanziellen Mittel auf. Für das Jahr 2027 ist für Fr. 90’000 die Umlegung der Leitung im Bereich des Knotens Böhlerstrasse vorgesehen.

An der Gemeindeversammlung vom 27. November 2025 wurde der Kredit von Fr. 264’000 für die Sanierung des Waldeggweges gutgeheissen. Im Waldeggweg muss auf einer Länge von 157 Metern eine knapp 70 Jahre alte Grau-Gussleitung ersetzt werden. Gleichzeitig wird die Abwasserleitung erneuert, welche teilweise unter den Gebäuden verläuft. Diese wird neu unter der Strasse geführt. Der Belag des Waldeggweges befindet sich ebenfalls in einem schlechten Zustand und wird ab der Einschlagstrasse 9 bis zum Waldeggweg 10 vollständig ersetzt.

Die Projektierung des neuen Grundwasserpumpwerkes wird auf Fr. 100’000 veranschlagt.

Für die Erneuerung der Schutzzonen West müssen verschiedene Massnahmen getroffen werden. Gemäss Ingenieurbericht sind an den Schutzzonen Früematt, Rebacher, Tüelen und Heurüti Massnahmen wie z. B. Wurzeln ausfräsen, Terrainanpassungen oder Entwässerung nötig. Von den veranschlagten Fr. 410’000 werden im Jahr 2027 Fr. 50’000 erwartet.

Es werden Wasseranschlussgebühren von Fr. 40’000 erwartet.

Abwasserbeseitigung

a) Erfolgsrechnung

Die Abwasserbeseitigung erwirtschaftet voraussichtlich einen Ertragsüberschuss von Fr. 85‘280 (Vorjahr Fr. 78’970). Die Abwassergebühren wurden für das Jahr 2027 unverändert mit Fr. 1.60/m3 budgetiert, jedoch wurde von einem höheren Verbrauch ausgegangen. Es werden Benützungsgebühren von Fr. 472‘160 erwartet.

Im Bereich der Siedlungsentwässerung müssen vielfältige Vorgaben von Bund und Kanton zum Schutz der ober- und unterirdischen Gewässer erfüllt werden. Um diesen Vorgaben Rechnung zu tragen, ist das bestehende Leitungsnetz laufend zu unterhalten. Die Personal- und Sachaufwendungen dafür betragen Fr. 317’320. Die Entschädigung an den Abwasserverband Mittleres Wynental beträgt mutmasslich Fr. 309’880 (Vorjahr Fr. 299’200). Der Kostenteiler sieht für die Gemeinde Unterkulm einen Anteil von 39.3 % vor. Grund für die Kostensteigerung ist die durchzuführende Dichtheitsprüfung des Verbandskanals. Die Erträge der Abwasserbeseitigung belaufen sich auf Fr. 712’480.

Benützungs-Gebühren:

Die Abwassergebühren wurden für das Jahr 2027 unverändert mit Fr. 1.60/m3 berechnet. Die Höhe der Gebühren wird unter Einbezug der anstehenden Investitionen sowie des vorhandenen Kapitalpolsters im nächsten Jahr einer Überprüfung unterzogen.

b) Investitionsrechnung

Aufgrund des Einführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung über den Schutz von Umwelt und Gewässern sind vielfältige Massnahmen umzusetzen, welche im «Generellen Entwässerungsplan» (GEP) festgehalten sind. Folgende Massnahmen werden im Jahr 2027 umgesetzt:

  • Erneuerung Generelle Entwässerungsplanung. Gesamtkosten: Fr. 644’500, davon im Jahr 2027: Fr. 100’000
  • VGEP Massnahmen Gemeinde. Gesamtkosten: Fr. 240’000, davon im Jahr 2027: Fr. 20’000

An der Gemeindeversammlung vom 24. November 2022 wurde der Kredit von Fr. 225’000 für die Sanierung des Gebietes Einschlag/Eingelände gutgeheissen. Davon werden im Jahr 2027 Fr. 150’000 zur Zahlung fällig.

An der Gemeindeversammlung vom 27. November 2025 wurde der Kredit von Fr. 213’000 für den Ersatz der Abwasser-Sammelleitung vom Waldeggweg bis zum Oberen Eingeländeweg genehmigt. Diese wurde in den 50er-Jahren erbaut und verläuft teilweise unter Gebäuden. Zur Entflechtung soll auf einer Länge von 105 Metern eine neue Leitung unter der Strasse geführt werden. Zeitgleich werden auch die alte Wasserleitung sowie der Belag des Waldeggweges vollständig ersetzt. Von den Baukosten werden im Jahr 2027 Fr. 163’000 anfallen.

An das Projekt «Regionalisierung WSU» hat die ARA Mittleres Wynental einen Beitrag von Fr. 420’000 zu leisten. Der Investitionsanteil der Gemeinde Unterkulm beträgt rund Fr. 164’614, welcher in Tranchen über 4 Jahre zu leisten ist. In diesem Projekt geht es um die Prüfung eines Zusammenschlusses der verschiedenen Abwasserverbände im Wynen- und Suhrental.

Es werden Kanalisationsanschlussgebühren von Fr. 100’000 erwartet.

Abfallwirtschaft

a) Erfolgsrechnung

Für die Abfallwirtschaft wird ein kleiner Ertragsüberschuss von Fr. 3‘480 erwartet (Vorjahr Fr. 52’555). Das schlechtere Ergebnis kann mit höheren Transportkosten (Diesel) sowie Mehrfahrten im Zusammenhang mit der Zunahme der Unterflursysteme begründet werden.

Aufgrund des Einführungsgesetzes zur Bundesgesetzgebung über den Schutz von Umwelt und Gewässern sind im Kanton Aargau die Gemeinden für die umweltgerechte Entsorgung der Siedlungsabfälle verantwortlich. Für das Einsammeln der Abfälle im Siedlungsgebiet sowie den Betrieb der Abfallsammelstellen Juch, Binzhaldenstrasse und Wannenhof entstehen Personal- und Sachaufwendungen im Umfang von Fr. 408’630. Hinzu kommen Kosten von Fr. 62’000 für die Entsorgung in der Kehrichtverbrennungsanlage Buchs und Fr. 51’000 für die Ablieferung von Grüngut in die Biogasanlage der GPA Green Power Aarau AG. Es werden Erträge aus den Kehrichtgebühren und aus dem Erlös von Wertstoffen von Fr. 521’630 erwartet.

Benützungs-Gebühren:

Die Abfallgebühren wurden für das Jahr 2027 unverändert berechnet.

b) Investitionsrechnung

Die Dienstleistungen für die Entsorgung, Verwertung und Verbrennung der Siedlungsabfälle werden eingekauft. Es sind deshalb keine Investitionen notwendig.

Finanzplanung 2027 – 2031

Erläuterungen zum Finanzplan

Der Aufgaben- und Finanzplan enthält alle zum heutigen Zeitpunkt bekannten zukünftigen Investitionen, den Rechnungsabschluss 2025, das Budget 2026 mit der aktualisierten Hochrechnung, das Budget 2027 sowie die Zahlen der Planjahre 2028 bis 2036 aufgrund von Erfahrungswerten und Prognosen von Kanton und Gemeinde. Die Ergebnisse zeigen einen allfälligen Handlungsbedarf auf und dienen als Planungsinstrument. Das Investitionsvolumen liegt in der Planperiode 2027 bis 2031 bei rund 20.5 Millionen Franken. Davon fliessen 12 Millionen Franken in die Erweiterung und Renovation von Schulraum und 8.5 Millionen Franken in Kantons- und Gemeindestrassen.

Per 31. Dezember 2025 waren in Unterkulm 3’794 Personen wohnhaft und zum Zeitpunkt der Budgeterstellung bereits 3’840. Durch die bewilligten Bauprojekte wird die Bevölkerung bis Ende 2027 auf voraussichtlich 3’963 Personen anwachsen. Aufgrund des ungewöhnlich hohen Investitionsvolumens wird die Nettoschuld pro Einwohner/in während der Planperiode trotzdem die vom Kanton vorgesehene Verschuldungsgrenze von Fr. 2’500 überschreiten. Der Höhepunkt wird im Jahr 2032 mit Fr. 4’533 erwartet. Anschliessend sinkt die Nettoschuld kontinuierlich wieder und erreicht am Ende der Planperiode Fr. 3’715.

Damit die geplanten Investitionen finanziert werden können oder das zur Finanzierung der Investitionen aufgenommene Kapital innert nützlicher Frist amortisiert werden kann, fordert der Kanton einen Selbstfinanzierungsanteil von mindestens 10 %. Während der Planperiode liegt der Selbstfinanzierungsanteil der Gemeinde Unterkulm zwischen 0 % und 5 %. Dieser tiefe Wert und somit die geringe Selbstfinanzierung liegt am weiterhin unterdurchschnittlichen Pro-Kopf-Steuerertrag von Fr. 2’103, welcher rund 30 % unter dem Kantonsmittel von Fr. 3’051 liegt.

Zielsetzungen

Die Gemeinde Unterkulm verfügt über ein gutes Kapitalpolster aus den vergangenen guten bis sehr guten Rechnungsabschlüssen, sodass auch zwei schlechte Jahre in Folge aufgefangen werden können. Trotzdem ist das oberste Ziel eine ausgeglichene Rechnung. Dies scheint aus heutiger Sicht jedoch unerreichbar, sind doch trotz unterdurchschnittlicher Steuererträge die vielfältigen Aufgaben nicht nur zu 70 %, sondern zu 100 % zu erfüllen. Der finanzielle Spielraum wird jährlich geringer. Die gebundenen Ausgaben steigen, die Steuern stagnieren.

Trotzdem ist eine Erhöhung des Steuerfusses nicht die einzige Möglichkeit, die Finanzen wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Aufgrund des tiefen Pro-Kopf-Steuerertrages, der wachsenden Schülerzahlen sowie der steigenden Sozialhilfeausgaben wird auch der Finanzausgleich in den nächsten Jahren wieder steigen. Daneben gibt es durch vielfältige Einflussfaktoren auch immer wieder Verzögerungen bei der Realisierung von Projekten. Es kann zum Beispiel sein, dass sich die Schülerzahlen anders entwickeln als prognostiziert und sich der Bedarf an Schulraum verändert. Ein geringeres Investitionsvolumen wirkt sich positiv auf die Verschuldung aus, Fremdkapitalzinsen verringern sich und tiefere Abschreibungen entlasten die Rechnung.

Für das Budget 2027 wurde der Steuerfuss unverändert bei 115 % belassen. Dies mit dem Bewusstsein, dass der ausgewiesene Aufwandüberschuss von Fr. 1’439’000 nicht durch eine Erhöhung des Steuerfusses allein beseitigt werden kann. Es braucht ein Zusammenspiel zwischen Steuererträgen, Investitionsplanung und Finanzausgleich, um zukünftig wieder ein ausgeglichenes Budget präsentieren zu können. Ziel des Gemeinderates ist es, durch die Berücksichtigung aller an diesem Zusammenspiel beteiligten Faktoren in naher Zukunft wieder ein ausgeglichenes Budget präsentieren zu können.

Antrag:

Genehmigung des Budgets für das Jahr 2027 mit einem Steuerfuss von 115 %.

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